
Abitur am THG 1985, anschließend Banklehre, weiter zum Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspädagogik und pädagogischen Psychologie in die Weißwurst- und Weißbierregion nach Nürnberg. "Das klassische BWL-Studium erschien mir zu funktional. Ich wollte immer schon mehr über Menschen und ihre Motivationen erfahren. Das führte auch dazu, dass ich ein Semester Philosophie studierte." Er schwärmt vom Auslandssemester in Straßburg: "Ich wohnte mit einem Franzosen und einem Spanier zusammen. Dort lernte ich, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Wir saßen zu den unglaublichsten Uhrzeiten am Schreibtisch, um so viel Wissen wie möglich zwischen Wein und Espresso, französischen Zigaretten und Croissants in uns hineinzuschaufeln und uns dazwischen in das bunte Menschengetümmel in Straßburg zu stürzen."
Studienabschluss, anschließend Doktorarbeit, parallel Referententätigkeiten. Was ihn tatsächlich wieder nach Wolfsburg verschlägt, ist – wie sollte es anders sein – eine Frau. Im letzten Jahr seiner Promotion pendelt er zwischen Nürnberg und Wolfsburg. 1996 erhält er seinen Doktortitel, tritt im Anschluss die Lehrtätigkeit an der FH Braunschweig-Wolfenbüttel an. 1997 beginnt er als Referent für Wirtschaftsförderung bei der städtischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung.
Die Professur für die Fächer BWL, Marketing, Kommunikation und Dienstleistungsmanagement tritt er 1999 an der Technischen FH in Wildau an. Bis Oktober 2004 hält er dort Vorlesungen, betreut Diplomarbeiten. Für die Betreuung der CDU Niedersachsen im Wahlkampf 2002/03 lässt er die Professur zum ersten Mal ruhen, prüft, was er in seiner Buchveröffentlichung über politisches Marketing geschrieben hat, am Ernstfall.
Als er von seinem vier Jahre zurückliegenden Radunfall und den daraus resultierenden Folgen erzählt, wird klar, dass seine sportlichen Aktivitäten nicht wegzudenkender Ausgleich zu seinem Berufsalltag sind. Um 5.00 Uhr lässt er sich vom Deutschlandfunk wecken, es folgen Crosstrainer oder eine Stunde Schwimmen, bevor er seinen Zug Richtung Berlin nimmt. Seit Oktober 2004 reist er als Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur an manchen Tagen bis zu 1.000 km weit kreuz und quer durch das großflächige Land Brandenburg.
Als ich ihn frage, wie er sich die Zukunft vorstellt, lächelt er: "Langsamer. Ich bin gerade zum ersten Mal Vater geworden, das ist mir sehr wichtig. Ich bin mir der Verantwortung gegenüber meinen Aufgaben bewusst, mag Herausforderungen und weiß, dass ich mich um mein körperliches und geistiges Wohl zu kümmern habe." Dabei verrät er, dass er regelmäßig fastet und manchmal eine Auszeit im Klosterseminar nimmt. "Wenn man zurücktritt, verändert sich die Sichtweise, man kann wieder echte von gemachten Problemen unterscheiden. Es hilft, im Leben die Relationen zu wahren."
Er hat noch eine Menge Pläne, von denen er mir lächelnd lieber nichts verraten will, letztendlich bleibt der Professor auch Politiker. „Wolfsburg ist eine sehr lebenswerte Stadt, schließlich sind wir doch ein Berliner Vorort! Und auch Hamburg ist nur einen Steinwurf weit entfernt."